Tierversuche: Neue Aufnahmen zeigen erschreckende Giftigkeitstests an Tieren
20. April 2026
In der EU gesetzlich vorgeschriebene Giftigkeitstests setzen Tiere extremem Leid aus: Neue, erschütternde Undercover-Aufnahmen dokumentieren den grausamen Alltag in Tierversuchs-Laboren. Der Deutsche Tierschutzbund fordert gemeinsam mit weiteren europäischen Tierschutzorganisationen einen dringend notwendigen Wandel hin zu einer tierversuchsfreien Wissenschaft.
„Die Aufnahmen zeigen ein extremes Maß an Leiden, das die Tiere in den Versuchen ertragen müssen und ihre Angst, während sie auf die bevorstehenden Qualen warten. Selbst wenn Tiere diese Tortour überleben, werden sie am Ende getötet“, erläutert Kristina Wagner, Leiterin des Referats für tierversuchsfreie Wissenschaft beim Deutschen Tierschutzbund.
Das von Animals Australia, einer Partnerorganisation des Deutschen Tierschutzbundes, neu veröffentlichte Film- und Bildmaterial zeigt typische Giftigkeitstests, die in einem Labor im Vereinigten Königreich für europäische Auftraggeber durchgeführt werden. Dabei wird untersucht, wie toxisch Arzneimittel, Industriechemikalien, Pflanzenschutzmittel und Nahrungsmittelzusatzstoffe sind und in welchen Konzentrationen sie zu Leiden, Krankheiten oder sogar zum Tod führen. Für die Versuche werden unzählige Tiere – darunter Ratten, Kaninchen, Hunde, Schweine und nicht-menschliche Primaten – fixiert und ihnen potenziell giftigen Substanzen durch Injektionen, erzwungenes Einatmen, Zwangsfütterung oder Hautkontakt verabreicht. Die Dosis liegt dabei etwa hundertmal höher als die, denen Menschen wahrscheinlich ausgesetzt wären. Selbst Labormitarbeitende, die in den Videoaufnahmen zu Wort kommen, kritisieren die unerträgliche Grausamkeit der Tests.
EU-Gesetzgebung schreibt Versuche weiterhin vor
Im Gegensatz zu den mittlerweile verbotenen Tierversuchen für Kosmetika und Waschmittel, schreibt die EU weiterhin Giftigkeitstests für die Sicherheitsbewertung anderer Chemikalien gesetzlich vor. „Die vermeintliche Sicherheit von Substanzen und Wirkstoffen wird noch immer mit massivem Tierleid erkauft. Dabei schließen Fortschritt und Verbraucherschutz den Tierschutz nicht aus. Die EU und ihre Mitgliedstaaten müssen die Gesetze ändern und den Wandel hin zu einer tierversuchsfreien, humanen Wissenschaft beschleunigen. Dafür sollte die von der EU veröffentlichte "Roadmap" zum Ausstieg aus allen Tierversuchen in der Chemikalientestung mit hoher Priorität umgesetzt werden“, fordert Jürgen Plinz, Präsidiumsmitglied des Deutschen Tierschutzbundes und Board-Member des europäischen Tierschutz-Dachverbands Eurogroup for Animals. EU-Bürgerinnen und Bürger können diese Forderung unterstützen, indem sie auf der Website toxicity.inc.de die zugehörige Petition unterschreiben und einen Brief an die Entscheidungsträger auf EU-Ebene senden.
Weitere Informationen und die Petition finden Sie hier: toxicity.inc/de.