Weltvegantag: Mehr Fleisch, mehr Tierleid Deutscher Tierschutzbund wirbt für pflanzliche Ernährung
Der Fleischverzehr in Deutschland ist zuletzt wieder gestiegen, Geflügel erreichte einen neuen Höchststand. Der Deutsche Tierschutzbund sieht diese Entwicklung kritisch und ruft anlässlich des Weltvegantags am 1. November dazu auf, häufiger pflanzliche Lebensmittel auf den Teller zu bringen.
2025 verzehrte jede Person in Deutschland durchschnittlich 54,9 Kilogramm Fleisch – 1,4 Kilogramm mehr als im Vorjahr. Besonders deutlich legte Geflügel zu: Mit 14,7 Kilogramm pro Kopf wurde ein neuer Höchstwert erreicht.
„Hinter jedem Stück Fleisch steckt ein Tier, das für die Lebensmittelproduktion gehalten und getötet wird. Dass der Fleischverzehr wieder steigt und insbesondere Geflügel immer häufiger auf dem Teller landet, ist aus Tierschutzsicht ein alarmierendes Signal“, sagt Dr. Isabel Knößlsdorfer, Fachreferentin für Veganismus des Deutschen Tierschutzbundes. Der Verband ruft dazu auf, den Weltvegantag zum Anlass zu nehmen, pflanzliche Gerichte auszuprobieren und den eigenen Speiseplan häufiger um pflanzliche Alternativen zu ergänzen. „Wer pflanzlich isst, setzt ein Zeichen für konsequenten Tierschutz und kann zugleich etwas für die Umwelt und die eigene Gesundheit tun“, so Knößlsdorfer.
Pflanzlich essen muss nicht teurer sein
Ein möglicher Grund für den steigenden Geflügelverzehr ist laut Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) der vergleichsweise geringere Preisanstieg gegenüber anderen Fleischsorten. Doch pflanzliche Alternativen sind längst nicht grundsätzlich teurer als tierische Vergleichsprodukte. Das zeigt die Preisstudie 2025 der Ernährungsorganisation ProVeg: Erstmals war ein vergleichbarer pflanzlicher Warenkorb im Durchschnitt fünf Prozent günstiger als sein tierisches Pendant. Bei den untersuchten Discountern lag der Preisvorteil sogar zwischen elf und 18 Prozent.
Vorteile für Tiere, Gesundheit und Umwelt
Neben dem Tierschutzaspekt sprechen auch gesundheitliche und ökologische Aspekte dafür, pflanzliche Lebensmittel stärker in den Mittelpunkt der Ernährung zu rücken. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt eine pflanzenbetonte Ernährung und berücksichtigt dabei sowohl gesundheitliche Aspekte als auch Auswirkungen auf die Umwelt.
Dass pflanzliche Proteinquellen eine wichtige Rolle spielen können, zeigt eine 2026 in der Fachzeitschrift „Frontiers in Sustainable Food Systems“ veröffentlichte Untersuchung. Sie verglich 20 proteinreiche Lebensmittel anhand eines Scores, der unter anderem gesundheitliche Aspekte, Zugänglichkeit und Umweltwirkungen berücksichtigt. Tofu belegte den ersten Platz; auch Chiasamen, Bohnen und Quinoa gehörten zur Spitzengruppe. Die vier bestplatzierten Lebensmittel waren damit allesamt pflanzlich.

